Das Thema Geburt scheint viele zu interessieren, was ich allerdings gut verstehe, denn ich möchte auch immer die Details anderer Geburten wissen. 🙂

Ela’s Geburt

Wie jeden Morgen, weckte mich im letzten Trimester der Drang zum Wasserlassen. Am 05.06.2015, kurz vor 7:00 war es auch so weit.

Beim Versuch mich aus dem Bett zu rollen, platzte die Fruchtblase (fast 3 Wochen vor ET) und ich dachte mir nur „Na toll… bin ich nun wirklich soweit, dass ich mir in die Höschen mache??“.  Ich wusste schon wenige Tage vorher, dass ihr Köpfchen bereits fest im Becken war, daher war ich nicht allzu schockiert und machte mir keinen Stress, sondern ging noch gemütlich duschen, rasierte mir die Beine und so… :p. Mein Mann ging währenddessen mit dem Hund Gassi und packte anschließend die Tasche für das Krankenhaus und die Geburt fertig. Stressfrei ging es vorher zu meinen Eltern um dort unseren Hund abzugeben. Kurz nach 10:00 waren wir schließlich im Spital.

Und dann kamen die ersten Wehen…

Meine ersten schwachen Wehen bekam ich erst als ich aus dem Auto stieg und mich vor dem Krankenhaus befand. Plötzlich fiel mir noch ein dass, ich einen Bärenhunger hatte, somit ging mein Mann noch schnell Frühstück besorgen. Ich rührte das Frühstück dann aber doch nicht an. Um 11:00 ging es dann doch langsam aber sicher mit den richtigen Wehen los. Ich bin generell kein schmerzempfindlicher Mensch und schreie bzw. schimpfe nicht. Ich bin die ganze Geburt über, im Kreissaal „spaziert“ und habe meine Wehen veratmet, während mein Mann bis zum bitteren Schluss mit einem Fächer für etwas Kühlung sorgte.

So natürlich wie möglich!

Ich wollte von Anfang an eine komplett natürliche Geburt, deshalb weigerte ich mich jegliche Schmerzmittel zu nehmen. Auch vom Dammschnitt oder Riss wurde ich verschont. Gegen 12:30 wurde der Wehentropf angehängt da ich einen plötzlichen Wehenstop hatte. Ab diesem Zeitpunkt ging es ganz schnell und die Presswehen waren da. Meine Schreie waren mit dem Graulen eines Löwen vergleichbar, aber man kann sich gar nicht vorstellen wie viel Kraft Schreie einem geben können. Gegen 14:00 war unsere Prinzessin Gott sei Dank da. 😊

 

Mani’s Geburt

Drei Wochen vor ET bekam ich eines Abends ziemlich starke Wehen. Im Krankenhaus verschwanden diese plötzlich wieder somit wurde ich nachhause geschickt. Die nächsten drei Wochen waren die Hölle für mich, denn ich hatte JEDE Nacht stundenlang starke Wehen (auch regelmäßig) die dann aber irgendwann wieder aufhörten. Nur der tägliche Mittagsschlaf mit meiner Tochter hielt mich noch irgendwie am Leben. Mit den Nerven und Kräften am Ende packte ich einen Tag vor dem ET meine Sachen obwohl die Wehen nicht stärker als in den letzten 3 Wochen waren. Ich beschloss bereits im Vorhinein mich nicht mehr nachhause schicken zu lassen. Immer wieder sagte ich mir: „Veronika, wenn nötig, legst du dich einfach mitten auf den Gang oder fängst einfach an zu Randalieren!“ haha ..

Es war endlich soweit…

Soweit ging es aber dann doch nicht, denn die Wehen waren diesmal, Gott sei Dank, am CTG sichtbar und ich wurde von der Hebamme abgetastet. Mein Muttermund war hinter das Köpfchen des Baby‘s gerutscht, welches schon stark gegen die Gebärmutterwand nach unten drückte. Sie meinte, sie könne versuchen den Muttermund nach vorne zu ziehen, wenn ich damit einverstanden sei. In dem Moment war mir natürlich ALLES recht, weil ich mit meinen Kräften komplett am Ende war und von diesen Schmerzen einfach nur erlöst werden wollte.

Der schlimmste Moment überhaupt…

Diesen Moment werde ich NIEMALS vergessen! Ohne übertreiben zu wollen, dieser eine Moment war schmerzhafter als die gesamte Geburt meiner Tochter. Zeitgleich setzten auch die ersten WIRKLICHEN Wehen ein (die Wehen davor waren im Vergleich einfach nur ein Witz). Dennoch war ich erleichtert als ich merkte, dass es richtig losging und mich packte ein Adrenalinschub, sodass ich im Kreissaal während ich meine Wehen veratmete, gleichzeitig tanzte. Da war es ungefähr 22:00.

Die Wehen wurden wieder schwächer und ich befürchtete, dass der Muttermund wieder nach hinten gerutscht sei, somit bestand ich darauf, dass man ihn wieder nach vorne zieht. JA ich weiß, es hört sich verrückt an, sowas zu verlangen, vor allem weil es beim ersten Mal so EXTREM wehtat, aber Leute die Devise in meinem Kopf war: „Komme was wolle, ohne Baby gehen wir nicht wieder Heim. – Der lieben Hebamme war es allerdings gar nicht recht, da sie mir nicht noch einmal so wehtun wollte.

Und dennoch tat sie es nochmals…

Um Mitternacht hat sie es schlussendlich doch getan und stach mir gleichzeitig die Fruchtblase auf. Von da an ging es zwar ganz schnell, trotzdem kam es mir wie eine Ewigkeit vor, weil ich einfach schon so dermaßen übermüdet und erschöpft war. Schmerzmittel und ähnliches lehnte ich dennoch ab, stattdessen betete ich innerlich zu Gott, er möge mir die Kraft geben durchzuhalten. Um 1:00 war ich komplett offen und als ich wieder begann wie eine Wahnsinnige zu schreien, war uns klar dass das Ende ganz nahe ist. Nach drei Presswehen konnte ich meinen kleinen Prinzen endlich im Arm halten. 😊

Abschließende Gedanken 

Wie ihr seht, war die erste Geburt ein Traum und ich meinte gleich danach am zweiten Kind basteln zu müssen. Ich wusste, ich will eine junge Mutter sein, doch nach der zweiten Geburt, hieß es für einige Monate erstmal „NIE WIEDER“. hahaha…

Beide Geburten fanden bei mir stehend statt, da ich einfach nicht ruhig liegen bleiben konnte (und ja, ich habe alle Stellungen versucht).

So viel zu den Geburten meiner Kinder. Ich hoffe nun alle Fragen darauf beantwortet zu haben und niemanden verstört zu haben. Es waren die schönsten zwei Erlebnisse meines Lebens und die Schmerzen sind vielleicht nicht sofort vergessen aber die Liebe zu deinen Kindern gleicht das Ganze wieder aus. Versprochen! <3