Und weshalb das weder etwas über meine Qualitäten als junge Mutter aussagt noch meiner Karriere im Weg steht!

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, solltet ihr vielleicht wissen, dass ich selbst aus einer Großfamilie komme und 8 jüngere Geschwister habe. Meine Mutter war ebenfalls eine junge Mutter als sie ihr erstes Kind bekam. Bei der Geburt vom Jüngsten (2014) war ich sogar dabei und dieser Tag sowie der Tag seiner Herz OP (wenige Tage später) waren die prägendsten Erfahrungen die ich je hatte. Gott im Himmel sei Dank, dass mein kleines Kämpferherz und gleichzeitiges Patenkind sich zu einem starken und stolzen Onkel entwickelt hat. 😊

Ich weiß nicht ob es an meiner „große Schwester“ – Erfahrung liegt aber ich wusste ziemlich früh, dass ich junge Mutter werden will. Schon mit 15 hatte ich eine klare Vorstellung von meinem eigenen Familienleben. Idealerweise hätte mein Plan so ausgesehen: Mit 21 den Mann meiner Träume heiraten und bis zu meinem 30tem Geburtstag wollte ich vier Kinder gebären sowie zwei weitere Kinder die in ihren Geburtsländern keine bzw. keine „guten“ Zukunftsperspektiven hätten, adoptieren.

Warum ich Kinder adoptieren will

Ich weiß, bei diesem Thema scheiden sich die Geister. – Warum sollte man ein Kind adoptieren, wenn man eigene gebären kann (so denkt übrigens auch mein Mann und ich respektiere das). –  Ganz einfach, weil ich eine sehr stark ausgeprägte soziale Ader habe und fest davon überzeugt bin, dass man JEDES KIND welches man annimmt, so lieben kann wie das eigene Fleisch und Blut. Wieso nicht Wenn man die Möglichkeiten hat, einem Kind ein Geschenk zu machen und es die Chance zu geben, geliebt zu werden sowie in einem geborgenen Umfeld aufzuwachsen, wieso denn nicht? Aber gut, lassen wird das Thema beiseite.

Meine erste Schwangerschaft

Zwar war ich mit 21 mit meinem Traummann bereits zusammen aber Kinderplanung war erstmal wegen unserer Ausbildung noch weit entfernt. Zwei Jahre später bin ich mitten im Radiologietechnologie – Studium schwanger geworden und musste dies natürlich auf der Stelle (wegen der Strahlung) abbrechen. Dennoch haben wir uns beide vom ersten Moment an darüber wahnsinnig gefreut und konnten es ab diesem Zeitpunkt kaum erwarten, Eltern zu werden. Mehr Details über meine Schwangerschaften und die Geburt meiner Kinder habe ich auch schon einmal aufgeschrieben.

23 Jahre mag für einige jung sein.  Ja, jung in jeder Hinsicht. Aber nicht zu jung. Als Elena zur Welt kam, wusste ich sofort, das ist die tiefste und reinste Liebe, die ich je verspürt habe. Für mich ist es genau das richtige Alter gewesen, denn wie ihr wisst bin ich 6 Monate später geplant wieder schwanger geworden. Was heute als “früh” gilt, war vor einer Generation noch eher die Regel. Doch was bedeutet es, eine “junge Mutter werden?”.

 Die Vorteile einer jungen Mutterschaft 

Eine junge Mutterschaft ist nicht unbedingt Indiz für Schwäche, für Überforderung, fehlende Reife oder sonstiges. Genau wie es nicht immer so ist, dass jede später Gebärende gelassener, fürsorglicher oder (all)wissend ist. Es ist doch immer abhängig von der eigenen Persönlichkeit – nicht vom Alter!

Es sollte viel mehr auf’s Bauchgefühl gehört werden. Wenn du 23 bist und einen Kinderwunsch hast, deine Ausbildung bereits abgeschlossen hast, eine Arbeit hast und einen Mann an deiner Seite hast mit dem du glücklich bist. Wozu mit der Erfüllung des Kinderwunsches warten? Und vor allem: worauf warten? Dass du 28 Jahre alt wirst, damit du nicht mehr so „jung“ bist? Wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es auch richtig und da sollte man sich auch von niemanden verunsichern lassen.

Mir begegnen immer öfters Frauen, die unheimlich stark belesen sind aber oftmals viel zu wenig auf ihr Bauchgefühl vertrauen. Das soll keine Lobrede für eine junge Mutter werden, keinesfalls.

Individuelle Lebensplanung

Es gibt kein Schwarz oder Weiß. Es gibt kein Gut oder Böse. Man kann die Qualitäten einer Mama nicht an dem Alter festmachen. Das ist einfach nicht möglich, das geht nicht. Jede gibt ihr Bestes. Und das immer. Ob belesen oder intuitiv, ob jung oder alt, ob konventionell oder eher unkonventionell –  wir alle werden wohl den Weg wählen, der uns richtig und gut erscheint, für uns und unsere Kinder.

Das Bild der Gründung einer Idealfamilie scheint in vielen Köpfen immer noch gleich abzulaufen und zwar: Hochzeit, Hausbau und dann erst Kinder bekommen. Zuvor noch die Welt bereisen, viel Berufserfahrung sammeln und anständig Karriere machen. Auch einige Frauen durfte ich kennenlernen die Familie für Karriere aufgegeben haben oder die Familienplanung so weit „nach hinten verschoben“ haben bis es schlussendlich gar nicht erst klappen konnte. Das erste Kind mit 40 Jahren ist heute keine Seltenheit mehr, es werden immer später Familien gegründet. Diesen Weg möchte ich mit meinen Worten überhaupt nicht kritisieren, ganz im Gegenteil. Jede Familie hat ihren eigenen “richtigen” Weg, das ist es viel mehr, was ich damit ausdrücken möchte. Mein Idealweg ist dieses Modell nicht, für jemand anderen kann es aber perfekt sein.

Wie Kinder das Leben bereichern

Viele glauben nur, dass das Leben vorbei sei, wenn ein Kind kommt. Das halte ich für falsch. Man kann auch gemeinsam wachsen, das Kind und man selbst. Man kann auch mit Kind reisen und ich bin doch das beste Beispiel, dass man als Frau sowohl Familie als auch eine Karriere haben kann und um das Ganze noch einmal zu toppen: „Wenn es sein muss, auch ganz ohne zusätzliche Hilfe!“ Auch mein Mann wird seinen Master nächstes Jahr neben Arbeit, Frau und zwei Kindern abgeschlossen haben.

Das geht! Das Gefühl etwas verpasst zu haben, kenne ich auch nicht. Erstens habe ich vor den Kindern ausgiebig gefeiert und zweitens sind sie zu meinem 40. Geburtstag bereits 17 und 16 Jahre alt, ich hoffentlich noch so entspannt wie jetzt und sie können sogar ein Gläschen Bier trinken. Einfach nur herrlich. Für mich hat das Leben als junge Mutter auch seine Vorteile 🙂