Warum faste ich und wie kam ich dazu?

Ziemlich genau 8 Jahre ist meine erste Fastenkur her. Damals schenkte mir ein sehr alter, weiser Mann der mir sehr nahe war, ganz viele Ernährungsbücher. Er selbst legte auf seine Ernährung sehr großen Wert & fastete auch schon sein Leben lang. Bis zu seinem Tod war er auch nie krank. Ok, ich übertreibe – fast nie! In seiner Kindheit ist er nämlich durch einen Moskitostich an Malaria erkrankt. Ansonsten war er aber bis ins hohe Alter fit wie ein Turnschuh. 😊
Nun, durch ihn und seine Bücher wurde mein Interesse am Fasten immer größer, weshalb ich zwischen 2011 und 2014 jährlich eine 3-7 tägige Fastenkur absolvierte.

Ziel des Fastens war, das Wohlbefinden zu steigern, eine “innere Reinigung” zu machen und ganz allgemein der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Zwischen 2015-2018 war ich schwanger oder habe gestillt, weshalb ich darauf verzichtete.

Wie die meisten von euch bereits wissen, habe ich mir in der Schwangerschaft durch die andauernde Übelkeit das ständige Essen kleiner Mahlzeiten angewöhnt. In der Stillzeit war ich dann auch dauerhungrig und das ist mir bis heute leider so geblieben. Mein Körper schrie in den letzten vier Jahren ununterbrochen nach Nahrung und wenn ich nicht in kürzester Zeit etwas zu mir nahm, wurde mir richtig übel.

Deshalb begann ich vor zwei Wochen zu fasten.


Achtung:  Wer sein Gewicht nachhaltig reduzieren möchte, sollte eine weniger radikale Methode wählen, seine Ernährung dauerhaft auf gesunde Nahrungsmittel umstellen und auf ein Mehr an Bewegung achten.

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Geschichte des Fastens

Das Fasten ist ein fester Bestandteil unserer Geschichte. Bereits im alten Ägypten wurde von der heilenden Wirkung des Fastens berichtet.  Schon vor Jahrhunderten wurden die Menschen regelmäßig dazu angehalten, in sich zu gehen und durch eine Fastenzeit die Seele zu reinigen. Damals dienten Fastenkuren in erster Linie religiösen Zwecken. Jesus fastete, Christen fasten 40 Tage vor Ostern, Muslime während des Ramadans und buddhistische Mönche fasten ebenfalls regelmäßig. Fasten ist nach wie vor für viele Menschen ein aktuelles Thema, nur die Beweggründe sind andere geworden.

Wie kann Fasten zu unserer Gesundheit beitragen?

Fasten ist ein freiwilliger und zeitlich begrenzter Verzicht auf feste Nahrung in einem Zeitraum von einigen Tagen bis zu fünf Wochen. Abgesehen davon, dass der freiwillige Nahrungsentzug verjüngend und regenerierend wirkt, hat es auch eine sehr klare medizinische Bedeutung. Fasten wirkt wie ein heilsamer Schock auf den Körper. Er stellt die Physiologie auf den Kopf und löst ganze Kaskaden von biochemischen Reaktionen aus. So werden etwa spezielle Reinigungsmechanismen angeregt: sozusagen die Müllabfuhr und das Recyclingsystem der Zellen. Fasten hemmt nachweislich Entzündungen, senkt hohen Blutdruck & Cholesterinspiegel, hat eine schützende Wirkung auf die Gesundheit des Gehirns (Demenz-Vorbeugung) oder, wie neueste Forschungen zeigen, kann es selbst bei Krebsleiden helfen.


Bevor ich nun genauer auf mein persönliches Fasten der letzten Wochen eingehe, hier meine aktuellen Top 5 Bücher dazu:


1) Intervallfasten: Dieses Buch zeigt Ihnen wie Sie durch intermittierendes Fasten effektiv abnehmen, ohne zu hungern.

2) Buchinger Heilfasten: Mein 7-Tage-Programm für zu Hause

3) Wie neugeboren durch Fasten 

4) Intervallfasten: Für ein langes Leben – schlank und gesund 

5) Fasten – Das große Handbuch: Heilen Sie Ihren Körper mit kurzem, langem und intermittierendem Fasten


Vorbereitung auf das Fasten – Entlastungstage

Der Einstieg ins Fasten fällt leichter, wenn der Umstieg vom Essen zum Fasten fließend passiert. Deshalb sollten vor dem eigentlichen Fastenbeginn Entlastungstage eingelegt werden. Schwerpunkte dabei sind leichtere Kost und die Reduzierung von Genussmitteln.
Ideal sind 3-4 Entlastungstage, mindestens einer sollte es sein.

Drei Tage ernährte ich mich hauptsächlich von Obst, Gemüse sowie etwas Reis oder Kartoffeln. Auf Fleisch und Genussmittel wie Kaffee & Alkohol verzichtete ich komplett.

Mit Glaubersalz Einstieg in das Fasten

Am vierten Tag, begann das Fasten mit einer gründlichen Darmentleerung.
Dafür wurden 2 Esslöffel Glaubersalz in einem halben Liter lauwarmen Wasser mit etwas Zitronensaft zügig ausgetrunken. Nach einer halben Stunde trank ich noch einen Liter Wasser und anschließend begann auch schon die Darmentleerung die fast 3 Stunden dauerte. An dem Tag aß ich nichts, sondern trank literweise Wasser oder ungesüßten Kräutertee.

7 tägige Fastenkur mit Frank Juice

Nach dem Darmentleerungstag begann meine 7 tägige Fastenkur mit Frank Juice. Sieben Tage keine feste Nahrung – stattdessen Obstsäfte, Gemüsebrühen & Kräutertee! Ich hätte nicht gedacht, dass es mir auch diesmal so leichtfallen würde. Jeden Morgen startete ich energiegeladen in den Tag und ging topmotiviert meiner täglichen Arbeit nach.
Am letzten Tag fühlte ich mich immer noch super fit und bestens vorbereitet auf mein eigentliches Ziel: Das Intermittierende Fasten. Doch davor stand das Fastenbrechen am Plan.

Fastenbrechen und Aufbautage

Wichtiger und schwieriger als das eigentliche Fasten sind Fastenbrechen und Aufbau. Deshalb sollte dieser Übergang langsam, behutsam und schrittweise erfolgen.

“Jeder Dumme kann Fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig abbrechen” (George Bernard Shaw).

Fastenbrechen bedeutet das Beenden des Fastens sowie Abschiednehmen, aber darüber hinaus auch Neubeginn, Neuaufbau und Überleitung in eine neue Zeit. Neue Verhaltensweisen können nun praktisch eingeübt werden.

Für den Kostaufbau habe ich drei Tage eingeplant. Morgens gab es bei mir Apfel oder Karotte, zu Mittag Kartoffelsuppe oder Hirse-Tomatensuppe und abends Kefir mir geschroteten Leinsamen und ungezuckerten Apfel- oder Birnenmus.

Intermittierendes Fasten (auch Intervallfasten genannt)

Der Körper kann nur in zwei Zuständen existieren – dem ernährten Zustand (Insulin hoch, Energiespeicherung) oder dem nüchternen Zustand (Insulin niedrig, Brennenergie). Beides kann nicht gleichzeitig gemacht werden.
Das intermittierende Fasten beschreibt nicht etwa eine spezielle Form des typischen Fastens, sondern einen bestimmten Essrhythmus. Man isst dabei im Vergleich zum echten Fasten – sehr wohl, nur eben zu bestimmten Zeiten und vor allem nur in bestimmten Zeitabständen. Es gibt mehrere Methoden beim Intervallfasten, doch ich gehe nur auf die 16:8 Methode genauer ein, weil der Beitrag schon viel zu lang ist.

Die 16:8-Methode

Die 16:8-Methode ist wohl die bekannteste Vorgehensweise beim Intervallfasten. Hier fastet man 16 Stunden am Tag und hat ein Zeitfenster von 8 Stunden, um Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Das bedeutet, dass man eine Mahlzeit auslässt. Das kann entweder das Frühstück oder das Abendessen sein.

In den 8 Stunden, in denen die Mahlzeiten eingenommen werden, kann man normal essen. Man sollte seine Kalorienzufuhr nicht einschränken, aber auch nicht mehr als üblich zu sich nehmen. Auch zucker- und fetthaltige Lebensmittel sind nicht verboten, allerdings lässt sich ein besserer Effekt erzielen, wenn eine ausgewogene und gesunde Ernährung besteht. Das tut auch der Gesundheit gut. Zwischen den Mahlzeiten sollte man vier bis fünf Stunden nichts essen. Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten können zu Heißhungerattacken führen und den Fettabbau unterbrechen. Lieber sollte man zu Wasser oder ungesüßten Kräutertees greifen.